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 Die Vergangenheit unserer Stadt

(Auszüge aus der Chronik von H.Wessel)

 

Im Jahre 1121 wurde Tessin – Ort des kühnen Kriegers – erstmalig als wendische Burg erwähnt. Den Namen erhielt sie von ihrem Gründer Tesa.

Nach der Vertreibung der Wenden wurde von einwandernden Deutschen der Name Tessin auf die Neugründung des Ortes übernommen. Zwischen 1209 und 1215 ließ Fürst Heinrich Borwin I auf dem heutigen Mühlenberg eine deutsche Burganlage bauen. Sie diente als Grenzburg des Kessiner Landes zu dem pommerschen Circipanien. Von hier aus konnte die Recknitzbrücke und der Knüppeldamm, der vom Kloster Doberan über Tessin nach Dargun führte, gesichert werden. Im Schutze der Burgbesatzung siedelten sich die ersten Kaufleute und Handwerker an. Es entstanden die Mühlenstraße und die Gnoiener Straße, die somit die ältesten Straßen der Stadt sind. Ab 1227 gehörte Tessin zum "Land Rostock". Um 1321 erhielt Tessin das Stadtrecht und wurde zum Hauptort der Vogtei, der unter anderem die umliegenden Dörfer, wie Sanitz, Groß Lüsewitz, Bandelstorf und Schlage angehörten. Eigentlicher Grundherr war der Fürst, geriet er in Schulden, so wurde die Vogtei gepfändet. Tessin traf dieses Schicksal häufig. Im Jahre 1540 hörte die Vogtei auf zu bestehen. Tessin war eine Ackerbürger- und Handwerkerstadt. Von allen Erwerbszweigen war das Handwerk am häufigsten vertreten. Während des Dreißigjährigen Krieges und der abwechselnden Besatzung von schwedischen und kaiserlichen Truppen zollte Tessin einen hohen Tribut. Die Stadt wurde völlig zerstört, die Einwohner verließen den Ort und suchten Schutz in Rostock. 1639 kehrten einige zurück, um ihre verwüstete Stadt wieder aufzubauen und die Äcker zu bestellen. 1720 erhielt Tessin die erste Stadtordnung, um das Leben wieder zu normalisieren. Nicht nur die Kriege brachten Unheil über die Stadt. Bei einem Großbrand im Jahre 1728 wurden 70 Häuser und 44 Scheunen ein Opfer der Flammen. 1741 brannten die bis dahin stehengebliebenen Gebäude nieder. Unter großen Entbehrungen bauten die Bürger ihre Stadt zeitgemäß neu auf. Anfang des 19. Jahrhunderts veränderte sich das äußere Stadtbild vorteilhaft. Größere und bessere Häuser wurden gebaut und die Straßen erhielten einen Damm. Als 1838 die Schulpflicht für alle Kinder ab sechs Jahre eingeführt wurde, begann der Bau eines einstöckigen Hauses auf dem Kirchhof. 1868 erhielt es ein zweites Stockwerk. 1887 wurde das Postamt erbaut, 1889 folgte die Ziegelei und 1892 die Molkerei. 1895 war die Übergabe der Eisenbahnstrecke Tessin – Rostock, und 1896 wurde die Zuckerfabrik mit einem Kleinbahnnetz für Rübentransporte in Betrieb genommen. 1897 erfuhr die St. Johannes Kirche, das älteste Bauwerk der Stadt (erbaut 1250-1350) eine gänzliche Erneuerung. Rund um unser heutiges Tessin weisen noch viele alte Zeitzeugen auf eine lange Siedlungsgeschichte in unserem Gebiet hin. Dazu zählen vor allem die Hühnen- und Hügelgräber, aber auch slavische Burgwälle bis hin zu den oft aus Feldsteinen errichteten Dorfkirchen aus dem 13. Jahrhundert. Viele Orte um Tessin tragen daher meist wendische Namen: wie Vilz – Ort der Vil-Zauberin, Kowalz – Schmiedeort, Goritz – Hügelort, Cammin – Steinort, Zarnewanz – Ort des Schwarzbart, Dörfer wie Wehnendorf, Wendorf oder Wendfeld waren ebenfalls reine Wendendörfer.

Fotos: AK-Archiv H.Klawitter

 

Hinweis:

Die Chronik der Stadt Tessin ist in der Stadtbibliothek der Stadt Tessin einzusehen.






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